Vom Schulbus zum Linienbus: Wie der Landkreis Pfaffenhofen seinen Nahverkehr umbaut
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Robert -
2. August 2026 um 10:00 -
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Der Landkreis Pfaffenhofen modernisiert seit einigen Jahren schrittweise seinen Schülerverkehr. Statt klassischer Schulbusse sollen künftig reguläre Linienbusse eingesetzt werden, die im Stundentakt fahren und allen Bürgerinnen und Bürgern offenstehen. Grundlage dafür ist ein Nahverkehrsplan, den der Kreistag Ende 2022 beschlossen hat. Die Umstellung erfolgt in mehreren Regionen nacheinander und bringt Veränderungen bei den Schulanfangszeiten mit sich.
Warum der Wechsel zum ÖPNV?
- Linienbusse können ganztägig genutzt werden und ersetzen die bisher ausschließlich für Schüler eingesetzten Busse.
- Die Kosten bleiben überschaubar, weil Busfahrer heute meist Vollzeit beschäftigt sind und ein durchgehender Linienbetrieb wirtschaftlicher ist als einzelne Schulbusfahrten.
- Die neue Struktur bedeutet jedoch, dass Schulen ihre Unterrichtszeiten anpassen müssen, da die Busse zuerst Grundschulen und anschließend weiterführende Schulen anfahren.
Regionale Umsetzung – wo es bereits funktioniert
In den nördlichen Gemeinden des Landkreises ist die Umstellung weitgehend abgeschlossen. Dort wurden die Schulzeiten nur geringfügig verändert, und die Rückmeldungen aus den Schulen fallen überwiegend positiv aus. Beispiele:
- Manching: Grund- und Mittelschule beginnen nun früher, die Realschule später.
- Geisenfeld und Vohburg: Keine oder nur minimale Anpassungen.
Auch im Nordosten, wo die Umstellung zum Schuljahr 2026/27 erfolgt, bleiben die Änderungen überschaubar. Lediglich in Wolnzach verschiebt sich der Unterrichtsbeginn an zwei Schulen um etwa 15 Minuten nach hinten.
Pfaffenhofen: Der schwierigste Fall
In der Kreisstadt gibt es noch keine endgültige Lösung für die weiterführenden Schulen. Besonders das Schyren-Gymnasium hatte ursprünglich einen sehr frühen Unterrichtsbeginn, der mit den geplanten Busankünften nicht kompatibel ist.
- Der letzte Bus erreicht das Gymnasium laut Planung kurz nach 8 Uhr.
- Ein Unterrichtsbeginn vor dieser Zeit würde bedeuten, dass Busnutzer den Unterricht nicht rechtzeitig erreichen.
- Zusätzliche Sonderlinien wären möglich, aber mit geschätzten Kosten von über 1,5 Millionen Euro extrem teuer.
Die Gespräche zwischen Landkreis und Schulen laufen weiter, und eine Lösung wird in den kommenden Wochen erwartet. Für die Grundschulen in Pfaffenhofen steht die neue Startzeit bereits fest. Sie beginnen künftig einheitlich um 7:45 Uhr.
Südlicher Landkreis: Umstellung 2027/28
Der südliche Teil des Landkreises folgt zum Schuljahr 2027/28. Dort müssen viele Grund- und Mittelschulen ihre Startzeiten leicht vorverlegen, meist um fünf bis zwanzig Minuten.
- Einige Schulen bleiben unverändert, etwa Ilmmünster und Scheyern.
- Die FOS/BOS Scheyern profitiert sogar und beginnt künftig später als bisher.
Überblick über die wichtigsten Veränderungen
- Grundschulen starten tendenziell früher, damit die Busse anschließend weiterführende Schulen bedienen können.
- Weiterführende Schulen beginnen teilweise später, um die Ankunftszeiten der Linienbusse abzubilden.
- Pfaffenhofen bleibt der einzige offene Punkt, da dort die ursprünglichen Schulzeiten stark vom ÖPNV-Konzept abweichen.
- Der Landkreis hält am Konzept fest, weil der Nutzen eines durchgehenden ÖPNV-Netzes langfristig höher eingeschätzt wird als der Erhalt separater Schulbuslinien.
Fazit
Der Landkreis Pfaffenhofen setzt auf ein modernes Verkehrskonzept, das Schülerbeförderung und öffentlichen Nahverkehr miteinander verbindet. Die meisten Regionen kommen gut mit den neuen Strukturen zurecht. Lediglich in Pfaffenhofen müssen noch Kompromisse gefunden werden, bevor die Umstellung im gesamten Landkreis abgeschlossen ist.
Quelle: Donaukurier.de, Artikel vom 01.08.2026
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