ÖPNV unter Kostendruck: Stadtbus-Aufsichtsrat beschließt Maßnahmenpaket
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Robert -
11. Juni 2026 um 12:51 -
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Finanzielle Ausgangslage
Der öffentliche Nahverkehr in Ingolstadt basiert auf drei Einnahmequellen: Ticketverkäufe, staatliche Fördermittel und Zuschüsse der Stadt. Da die ersten beiden Säulen die tatsächlichen Betriebskosten nicht decken, muss die Kommune jährlich hohe Ausgleichszahlungen leisten. Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 sind rund 19 Millionen Euro vorgesehen – etwas weniger als in den beiden Vorjahren.
Notwendigkeit weiterer Einsparungen
Laut Geschäftsführung der Stadtbus Ingolstadt (SBI) reichen diese Mittel dennoch nicht aus. Gründe sind vor allem:
- deutlich gestiegene Energiekosten, unter anderem durch internationale Krisen
- höhere Personalkosten infolge des jüngsten Tarifabschlusses (über 7 %).
Um gegenzusteuern, wurde dem Aufsichtsrat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das jährlich etwa 750.000 Euro einsparen soll. Die Umsetzung ist zum 15. September geplant – mit Beginn des neuen Schuljahres.
Fahrplan und interne Organisation
- Seit Sommer 2024 gab es bereits mehrere größere Fahrplanänderungen.
- Für die kommenden 18 Monate sollen keine weiteren Anpassungen erfolgen.
- Die SBI will diese Zeit nutzen, um interne Abläufe wie Dienst- und Umlaufplanung zu optimieren.
- Der Aufsichtsrat hat den Vorschlägen einstimmig zugestimmt.
Sorgen um die Angebotsqualität
Einige Mitglieder des Gremiums äußerten Bedenken, da in den vergangenen Jahren Linien zusammengelegt oder reduziert wurden. Obwohl die Fahrgastzahlen bislang stabil blieben, wird langfristig ein Risiko gesehen, wenn das Angebot weiter schrumpft.
Ergebnisse einer bundesweiten Mobilitätsstudie
Eine aktuelle Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums zeigt, dass der ÖPNV in Ingolstadt im Vergleich zu Auto-, Rad- und Fußverkehr eine eher geringe Rolle spielt. Mehrere Aufsichtsräte betonten daher, dass trotz Einsparungen Wege gefunden werden müssen, die Attraktivität zu steigern.
Qualität des Fuhrparks und Service
Die SBI verweist auf:
- einen modernen Fuhrpark mit einem Durchschnittsalter von etwa vier Jahren,
- digitale Echtzeitinformationen,
- laufende Investitionen in Service und Ausstattung.
Diskussion um Nachtlinien
Das seit Frühjahr eingeschränkte Nachtangebot wurde ebenfalls thematisiert. Nach Angaben der SBI nutzen nur etwa 15 Prozent der Fahrgäste die Busse nach Mitternacht. Die Daten werden aktuell ausgewertet, im September soll eine detaillierte Übersicht folgen.
Quelle: Donaukurier.de, Artikel vom 11.06.2026
Hinweis: Alle Rechte an Text und Bildern des Originalartikels liegen beim Donaukurier
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