Zwischen Fahrplan, Verantwortung und Realität: Ein Blick hinter die Kulissen der RBA
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Robert -
21. März 2026 um 12:35 -
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Bei der Regionalbus Augsburg GmbH (RBA) melden sich viele Menschen erst dann, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert. Das bekommt auch Ralf Guggomos, Leiter der Niederlassung Ingolstadt, regelmäßig zu spüren. Besonders morgens klingelt sein Telefon häufig, wenn ein Schulbus aus Sicht der Eltern zu spät kommt – selbst dann, wenn die RBA für die konkrete Fahrt gar nicht zuständig ist. Der Grund: Viele setzen Linienverkehr und reine Schülerbeförderung gleich, obwohl beides organisatorisch klar getrennt ist.
Linienverkehr ist nicht gleich Schulbus
Guggomos arbeitet seit über zwei Jahrzehnten für die RBA, die in den 1990er-Jahren aus einer Kooperation mehrerer Busunternehmer entstand. Reine Schulbusse betreibt die RBA im Raum Ingolstadt nicht, dennoch nutzen viele Schülerinnen und Schüler die regulären Linienfahrten. Wie groß der Aufwand dahinter ist, zeigt sich jeden Morgen am Betriebshof in Gaimersheim: Dutzende Busse werden dort von einem eigenen Team präzise eingeparkt, vorbereitet und für den Tagesbetrieb aufgestellt.
Ein Betrieb, der vieles selbst erledigt
Die RBA beteiligt sich regelmäßig an Ausschreibungen, plant Strecken, kalkuliert Kosten und koordiniert Abläufe. In der eigenen Werkstatt werden Motoren, Getriebe und Elektronik gewartet oder repariert – bis hin zur Lackierung. Sicherheit hat oberste Priorität: Kein Fahrzeug verlässt den Hof ohne vollständige technische Prüfung. Mit 147 Bussen, die täglich in der Region unterwegs sind, zählt die RBA zu den großen Anbietern im Linienverkehr. Rund die Hälfte der Fahrzeuge gehört dem Unternehmen selbst, der Rest wird von Partnerbetrieben gestellt. Allein die eigenen Busse legen jährlich mehr als 3,5 Millionen Kilometer zurück. Am Standort Ingolstadt arbeiten etwa 80 Fahrerinnen und Fahrer.
Personalmangel bleibt ein Dauerthema
Aktuell ist die Lage am Arbeitsmarkt etwas entspannter, doch Guggomos rechnet nicht damit, dass das lange so bleibt. Der Nachwuchs fehlt – und das, obwohl der Beruf als Busfahrer langfristige Sicherheit bietet. Bis 2030 gehen in Bayern rund 8000 Fahrerinnen und Fahrer in Rente. Ein Grund für die geringe Attraktivität des Berufs ist laut Guggomos die geringe Wertschätzung. Freundliche Rückmeldungen seien selten, Konflikte dagegen häufig. Dabei tragen Busfahrer eine enorme Verantwortung: Sie bringen täglich bis zu 1500 Menschen sicher ans Ziel und müssen gleichzeitig Verkehr, Fahrplan und unterschiedliche Persönlichkeiten im Blick behalten.
ÖPNV auf dem Land – Wunsch und Wirklichkeit
Der Wunsch nach besserem ÖPNV im ländlichen Raum ist groß, doch die Realität zeigt, wie schwierig das ist. Beispiele aus Kinding oder Brunnen zeigen, dass zusätzliche Angebote wie Zubringerbusse oder Rufbusse oft kaum genutzt werden. Viele Menschen bleiben skeptisch – etwa aus Sorge, im Stau zu stehen, obwohl sie mit dem Auto dieselben Probleme hätten. Besonders im Alter wird der öffentliche Verkehr wichtig. Ruf- und Flexibus-Systeme können hier helfen, sind aber wirtschaftlich schwer tragbar, da die Einnahmen die Kosten kaum decken.
Eigene Fahrschule als Antwort auf den Fahrermangel
Um neue Fahrer zu gewinnen, hat die RBA eine eigene Fahrschule gegründet. Der Busführerschein kostet inzwischen bis zu 15.000 Euro – eine Hürde, die viele abschreckt. Wer sich nach der Ausbildung langfristig bindet, bekommt die Kosten übernommen. Der Alltag eines Busfahrers ist abwechslungsreich: Es gibt humorvolle Begegnungen, rührende Momente und auch schwierige Situationen. Eine ältere Dame, die dankbar ist, weil der Fahrer langsam fährt, um ihr die Landschaft zu zeigen – solche Erlebnisse bleiben. Gleichzeitig gibt es Tage, an denen Glätte oder Störungen den Betrieb erschweren. Dann zählt für Guggomos nur eines: dass alle sicher ankommen.
Quelle: Donaukurier Druckversion vom 20.03.2026
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