Pendlerfrust bei Audi: Zugausfälle belasten rund 1700 Beschäftigte
-
Robert -
28. Februar 2026 um 10:20 -
111 Mal gelesen -
0 Antworten
Hier gehts direkt zu den VGI Baustellen & Umleitungen
Der Arbeitsweg vieler Audi-Beschäftigter ist seit Wochen von massiven Störungen im Regionalverkehr geprägt. Zahlreiche Pendler berichten von Zugausfällen, langen Wartezeiten und unzuverlässigen Informationen. Insgesamt sind rund 1700 Mitarbeitende betroffen – eine Größenordnung, die längst Auswirkungen auf den gesamten Betriebsablauf hat.
Um auf die Situation aufmerksam zu machen, hat Betriebsratsvorsitzender Jörg Schlagbauer die Deutsche Bahn direkt kontaktiert. In einem Schreiben an eine Verantwortliche des Konzerns fordert er verlässlichere Abläufe, bessere Kommunikation und eine spürbare Entlastung für die Belegschaft. Auslöser waren zahlreiche Rückmeldungen von Mitarbeitenden, die den täglichen Stress durch Verspätungen und Ausfälle nicht länger hinnehmen wollen.
Viele Pendler schildern, dass sie kaum noch mit einer planbaren Ankunftszeit rechnen können. Immer wieder kommt es zu technischen Problemen wie Türstörungen oder liegengebliebenen Zügen, teilweise fallen Verbindungen komplett aus. Auch die digitale Fahrgastinformation wird als unzuverlässig beschrieben. Einige Beschäftigte fahren inzwischen eine Stunde früher los, um Verspätungen abzufangen – oft ohne Erfolg. Besonders schwierig ist die Lage für Frühschichtpendler, die keine frühere Ausweichverbindung haben.
Die Unzuverlässigkeit der Bahn bringt auch das Schichtsystem im Werk unter Druck. Wenn Mitarbeitende verspätet eintreffen, müssen Kolleginnen und Kollegen länger arbeiten, da die Produktion weiterläuft. Audi hat zwar interne Shuttlebusse eingerichtet und fördert Jobtickets, doch diese Maßnahmen greifen nur, wenn der Bahnfahrplan eingehalten wird.
Der Betriebsrat verweist zudem auf strukturelle Probleme. Audi fordert seit längerem einen Halbstundentakt auf der Strecke Richtung Süden. Eine interne Untersuchung zeigt, dass über 5000 Beschäftigte regelmäßig die Bahn nutzen würden, wenn die Verbindungen pünktlicher und dichter getaktet wären. Auf anderen Strecken, etwa Richtung Eichstätt, funktioniert dieses Modell bereits.
Ein zentraler Engpass ist das fehlende Wendegleis in Gaimersheim, das notwendig wäre, um den Fahrplan stabiler zu gestalten. Der ursprünglich für 2024 geplante Bau wurde verschoben, derzeit wird ein Termin im Jahr 2027 genannt. Bis dahin bleibt die Strecke störanfällig, da Verspätungen kaum abgefangen werden können.
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, zu den geschilderten Problemen und zum Stand der Infrastrukturplanungen Stellung zu nehmen. Für die Pendlerinnen und Pendler bleibt die Hoffnung, dass sich die Situation spürbar verbessert und der tägliche Arbeitsweg wieder planbarer wird.
Quelle: Donaukurier.de, Artikel vom 25.02.2026
Hinweis: Alle Rechte an Text und Bildern des Originalartikels liegen beim Donaukurier